Hemmesser Kapelle

Sebastianstraße 77, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler   Google Maps
 
Die schon 1571 nachweisbare Antoniuskapelle musste am 18. Juni 1869 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Mit dem Bau der heutigen Kapelle wurde noch im selben Jahr begonnen. Am 27. Juli 1869 wurde bereits der Grundstein gelegt. Durch Pastor Prim wurde das Gotteshaus am 3. Mai 1871 eingeweiht. Als zweiten Schutzpatron erhielt sie den Heiligen Sebastian, der in Hemmessen seit dem 17. Jahrhundert als Pestheiliger verehrt wird.
 
Die jährlich um den Gedenktag des Heiligen Sebastian (20. Januar) gefeierte Kirmes beginnt traditionell mit einem Festhochamt im „Hemmesser Dom“, wie die Kapelle liebevoll im Volksmund genannt wird. Ausrichter der Kirmes ist die 1964 gegründete Bürgergesellschaft Hemmessen.
 
Antonius der Große (* vielleicht um 251; † 356) war ein christlicher ägyptischer Mönch, Asket und Einsiedler. Er wird auch Antonius der Einsiedler, Antonius der Ägypter, Antonius Eremita oder Antonius Abbas, „Vater der Mönche“ genannt. Anlässlich einer Ende des 11. Jahrhunderts auftretenden, Antoniusfeuer genannten Seuche, die man später als Vergiftung durch Mutterkorn identifizierte, suchte man als Heilmittel Zuflucht bei den Reliquien des heiligen Antonius. Der darauf hin gegründete Antoniter-Orden verbreitete sich im Dienste der Krankenpflege während des Mittelalters in ganz Europa. Nach einer Blütezeit im Spätmittelalter erlitt der Orden mit der beginnenden Neuzeit und der aufkommenden Reformation einen Niedergang und erlosch. Der Orden hatte das Recht, das so genannte „Antoniusschwein“ zur Mast im Dorf auf Kosten der Allgemeinheit frei herumlaufen zu lassen. So wurde Antonius der Große im süddeutschen Raum auch bekannt als „Sau“- oder „Fackentoni“, in Westdeutschland als „Swinetünnes“ oder „Ferkes Tünn“. Antonius ist der Schutzpatron der Bauern und ihrer Nutztiere, aber auch der Schweinehirten und Metzger. Zusammen mit den Heiligen Quirinus, Hubertus und Cornelius gehört er zu den „vier heiligen Marschällen“ Gottes.
 
Sebastian (* in Mailand oder Narbonne; † um 288 in Rom) war ein römischer Soldat. Er wird in der katholischen und orthodoxen Kirche als Märtyrer verehrt. Der Überlieferung zufolge hatte sich Sebastian als Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof öffentlich zum Christentum bekannt und notleidenden Christen geholfen, woraufhin ihn Diokletian zum Tode verurteilte und von numidischen Bogenschützen erschießen ließ. Im Glauben, er sei tot, ließ man ihn danach liegen. Sebastian war jedoch nicht tot, sondern wurde von einer frommen Witwe mit dem Namen Irene, die ihn eigentlich beerdigen wollte, wieder gesund gepflegt. Der hl. Sebastian ist der Schutzheilige gegen die Pest, da man seiner Fürbitte das schnelle Erlöschen der Pest 680 in Rom zusprach, und andere Seuchen, sowie Beschützer der Brunnen, die er gegen Pestilenzen schützt. Außerdem ist er Patron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, Stadt-/Gemeindepolizisten, Soldaten und Schützenbruderschaften, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisen- und Zinngießer, Steinmetze, Jäger, Leichenträger, Waldarbeiter, weiter auch Patronat gegen Kirchenfeinde. Sebastianus ist einer der drei Schutzpatrone der Stadt Rom.